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Die Buddelkiste

Braun-weißes Kaninchen in blauer Kiste mit Sand zum Buddeln isst ein Kohlrabiblatt

Jeder gute Bunpawrent weiß, dass Kaninchen Buddelmeister sind. Eine Buddelmöglichkeit gehört in jedes Zuhause, in dem Kaninchen leben – egal ob draußen, drinnen oder auf dem Balkon. Wer seinen Kaninchen eine artgerechte Beschäftigung bieten will, kann auf die Buddelkiste nicht verzichten.

Natur

Es ist immerhin ein Instinkt der kleinen Wesen, zu graben.

Im Sommer ziehen sich die wilden Verwandten unserer Hauskaninchen in die kühlen Tunnel und Bauten zurück, die sie gegraben haben. Trächtige Kaninchen legen ihre Jungen in ein gegrabenes Nest. Bei Gefahr ziehen sich die Kaninchen ebenfalls in den sicheren Bau zurück.

Schwarzes Kaninchen steht auf Sand

Klar, wir können unseren Haustieren Kühlmöglichkeiten anbieten. In der Regel sind sie kastriert und werden keine Jungtiere bekommen. Auch sorgen wir mit unseren Gehegen für Sicherheit vor Gefahr. Trotzdem brauchen sie zum Glücklichsein die Möglichkeit, bei Lust und Laune ihre Pfötchen dreckig zu machen und ihre Baukunst unter Beweis zu stellen.

In Außenhaltung hat man da meistens keine Probleme. Solange das Gehege oder der Auslauf auch von unten gesichert sind, kann hier auch ohne viel Aufsicht gegraben werden.

Bei der Innenhaltung oder der Balkonhaltung steht man dann doch vor der Herasuforderung: wie, wo und was?
Doch nicht nur das, auch andere Herausforderungen gilt es zu meistern.

Probleme

Stubenreinheit

Manche Kaninchen verwechseln leider die Buddelkiste mit dem Klo. Okay, wenn jetzt ein paar Köttel obendrauf liegen, sind die schnell eingesammelt und entsorgt – aber bei Urin ist es etwas anderes.

Meist muss dann die ganze Stelle ausgehoben und entsorgt werden. Gerade bei Sand stinkt es anderenfalls. Das kann gerade in Innenhaltung zu Unannehmlichkeiten führen.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: was kann man dagegen tun? Zum Glück gibt es hier mehre Dinge, die man ausprobieren kann.

Der Ein- und Ausstieg

Schwarz-weißes Kaninchen hüpft in einen Buddeltunnel

Zum einen kann man die Buddelkiste so stellen, dass das Ein- und Aussteigen für die Kaninchen nicht zu leicht ist. Kaninchen wollen einfach und schnell in ihre Toilette kommen. Erschwert man also den Einstieg in die Buddelkiste, ist die Chance hoch, dass sie diese nicht mehr als Klo nutzen werden.

Der Ort

Eine andere Maßnahme kann sein, die Buddelkiste nicht in eine Ecke zu stellen. Kaninchen bevorzugen es in der Regel, wenn der auserwählte Kloplatz in einer Ecke ist. Steht die Kiste nicht mehr dort, die Toilette aber schon, werden sie sich wahscheinlicher umgewöhnen.

Sauberkeit

Kaninchen sind manchmal sehr eigen. Wenn ihnen das zugedachte Klo zu dreckig ist, kann es passieren, dass sie es nicht mehr nutzen wollen und sich nach Alternativen umschauen. Wenn ihr das Klo sauber haltet und gegebenenfalls häufiger reinigt, ziehen sie auch wieder um.

Tunnel

Buddelkiste aus Holz von innen mit Kaninchen von hinten und Naturmaterialien

Wer seinen Kaninchen tagsüber Auslauf ermöglicht, sie aber zur Nacht lieber im sicheren Gehege wissen möchte, muss sie natürlich abends dort hinbekommen – möglichst schnell und ohne Stress.

Wenn ein Tier jetzt aber in einem langen Tunnel sitzt und sich nicht herauslocken lässt, was soll man tun? Am besten ist es, die Tunnel regelmäßig zu kontrollieren und sie nicht länger als euren Arm werden zu lassen. Sobald ihr das Ende nicht mehr ertasten könnt, macht ihr den Tunnel zu. Sicher ist sicher.

Ist es doch mal passiert und das Tier lässt sich mit nichts zurück in das sichere Nachtquartier locken, dann hilft nur genügend Futter ins Loch werfen, Gitter drüber und mit schweren Steinen etc. sichern. Dann muss das Tier die Nacht ausnahmsweise dort verbringen.

Dreck

Schwarzes Kaninchen mit Sand auf der Nase

Haustiere bringen immer eine Extraportion Chaos und Dreck mit sich – Fell, Heu und Stroh zum Beispiel. Ist eine Buddelkiste vorhanden, besteht natürlich das Risiko für noch mehr Schmutz. So süß es ist, die kleinen Racker beim eifrigen Buddeln zu beobachten, so sicher könnt ihr sein, dass etwas daneben gehen wird. Entweder wird es energisch und mit Leidenschaft über die Ränder der Kiste gebuddelt oder beim Raushüpfen mit herausbefördert. Hier habe ich leider keine Lösung parat außer fegen, fegen und nochmal fegen – oder ignorieren.

Füllmaterial

Wenn man keine Möglichkeit hat, eine natürliche Buddelgelegenheit anzubieten, sollte man eine Kiste aufstellen. Man kann diese mit unterschiedlichen Materialien füllen und spannend machen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Am besten schaut ihr, was für euch am besten funktioniert und realisierbar ist. Ich nenne euch hier einmal vier Möglichkeiten mit ihren Eigenschaften nach meiner Erfahrung.

Sand

Spielzeugsand für Kinder ist relativ günstig in großen Mengen zu erhalten. Wir holen ihn immer im Baumarkt für ca. 4€ für 25kg. Das reicht für einmal Kiste vollmachen bei uns. Damit ist er günstig und praktisch zu besorgen. Im Sommer ist er feucht auch angenehm für die Kaninchen und dient als kühlender Untergrund.

Wenn die Kaninchen in den Sand pinkeln, kann es sehr schnell zu unangenehmer Geruchsbildung kommen. Man sollte es also relativ schnell nach dem Entdecken beseitigen. Man sollte den Sand allerdings durchgehend mit Wasser feucht halten.

Es ist außerdem unglaublich wichtig, ihn nicht zu hoch anzubieten! Eine Höhe von 50 cm sollte auf keinen Fall überschritten werden, denn wenn der Sand trocknet, stürzen Gänge ein und können ein Tier im schlimmsten Fall bei lebendigem Leibe begraben! Bei einer kleinen Kiste, in der es ohnehin nicht möglich ist, Gänge zu bauen, sehe ich da keine Gefahr. Sollte man Sand aber auf einer Fläche anbieten, bei der Tunnel theoretisch möglich sind, ist es besser, auf ein anderes Material umzusteigen.

Schwarzes Zwergkaninchen guckt aus Buddelkiste heraus, braun-weißes sitzt dahinter.

Erde

Erde ist das Natürlichste, worin Kaninchen buddeln können, da sie das ja auch in der Natur machen. Hierbei sollte man beachten, dass es unbedingt ungedüngte Erde sein sollte.

Wir haben selbst noch keine Erde ausprobiert, daher kann ich dazu aktuell nicht so viel sagen.

Kokos

Gemeint ist Kokoserde. Diese ist locker und leicht. Sie besteht aus getrockneten Fasern der Kokospalme und ist damit eigentlich gar keine Erde, wenn man es so genau nehmen will.

Der große Vorteil: es riecht so gut wie nicht, wenn die Kaninchen dort hineinpinkeln. Die Kokosfasern sind supersaugstark. Der Nachteil: es ist teurer als Sand oder andere Erde.

Wir werden Kokoserde wohl demnächst mal testen. Ich weiß, dass es online verschiedene Anbieter dafür gibt. Da ich mich aber vor den Versandkosten scheue, werde ich auch schauen, ob ich so etwas im Baumarkt finden kann.

Holzschnetzel und Waldboden

Schwarz-weißes Kaninchen in einer Kiste mit Material zum Buddeln

Eine tolle Alternative zur Buddelkiste ist auch eine sogenannte “Schnüfflelkiste”. Diese befüllt ihr am besten mit kleinen Holzschnipseln, wie man sie zum Beispiel für Terrarien nutzen kann, und Dingen aus der Natur. Ob ihr selber losgeht und Zapfen, Laub, Erde, kleine Steine und Moos sammelt oder fertige Mischungen im Zoohandel kauft, ist euch dabei selbst überlassen.

Wer mag, kann auch ein paar Treats wie z.B. dünne Möhrenstreifchen oder weiche Leinen- oder Kümmelflocken untermischen. Dann werden die Kaninchen fürs Suchen und Schnüffeln direkt belohnt.

Weniger Aufwand

Wem das zu viel oder zu teuer ist, der kann die Kiste auch einfach mit Stroh, Heu oder beidem füllen. Auch das macht den Tieren Spaß und hilft gegen Langeweile.

Wenn eure Kaninchen nicht knabberwütig sind und nichts essen, was sie nicht essen sollten, könnt ihr auch leere Klorollen, Küchenrollen oder Stoffstreifen, z.B. ein altes Handtuch nehmen.

Einige Halter bieten ihren Kaninchen auch ein Bällebad an, das gerne benutzt wird.

Erfahrungen

Wir haben in den fast zwei Jahren Haltung nun schon einiges gestestet und sind aktuell bei Buddelkistenlösung Nummer fünf und auf dem Weg zu Nummer sechs.

Zuerst hatten wir Plastikwannen mit Sand – einen alten Wäschekorb und eine normale Plastikkiste. Diese beiden Varianten sind innerhalb eines halben Jahres an den Seiten eingerissen. Der Sand rieselte und quetschte sich also durch diesen Riss und ich hatte auch Angst, dass ein Tier mit dem Fuß blöd stecken bleibt, Panik bekommt und sich etwas bricht. Das war also keine Lösung für uns.

Danach hatten wir eine reine Holzkiste mit Deckel und zwei Einstiegen. Die Kiste war von innen und außen mit einem Schutzlack bestrichen und mit Sand befüllt. Die beiden haben diese Lösung geliebt, und ich fand sie auch superpraktisch und schön. Allerdings hat sie irgendwann angefangen zu schimmeln. Klar – immer feuchter Sand drin, Regen, Wind und Wetter ausgesetzt, da hat der Lack leider nicht gehalten, was er versprochen hat. Leider war die Kiste nicht zu retten, obwohl sie 90€ gekostet hatte. Plus Lack.
Nur Holz war also auch nicht die Lösung.

Wir haben uns dann für eine Kombination aus beidem entschieden. Eine Plastikwanne mit Holz drumherum und drüber. So gestellt, dass sie bei Regen nicht nass wird, und von innen erstmal mit der Holzschnetzel-und-Waldboden-Variante gefüllt. Leider haben die Kaninchen das sofort als zweites Klo benutzt, da sie es gewohnt sind, im Klo Heu und Stroh, also fressbares Getrocknetes vorzufinden – wie eben das Laub im Waldboden.

Ich dachte zumindest, dass das der Grund sei. Wir haben also als nächstes Sand hineingetan. Aber auch der wurde als Klo missbraucht. Mir ist schon klar, wieso. Das eigentliche Klo ist „zu klein“, wenn es eine Alternative gibt, und der Einstieg ist zu easy, so wie sie stand. Aber durch den begrenzten Platz auf dem Balkon kann ich sie nicht großartig anders hinstellen. Sonst wird sie doch bei Regen nass und schimmelt wieder. Auf der Ebene nimmt sie vermutlich zu viel Platz weg. Unter die Ebene passt sie ganz knapp nicht.

Aktuell

Ihr seht also, es ist gerade nicht so leicht. Aber wir geben nicht auf. Wir haben verschiedene Lösungsansätze und überlegen noch, welchen wir wie am besten umsetzen können. Denn gerade haben die Beiden wieder mal keine Buddelkiste, da ich den Sand komplett entsorgen musste.

Eine Möglichkeit wäre, die Plastikschale einfach wieder mit günstigem Sand zu füllen und so ohne Holzüberdachung anzubieten. Die Holzkiste müssten wir dann entweder verkaufen oder als Häuschen zweckentfremden.

Mal sehen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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3 Antworten auf „Die Buddelkiste“

Das Thema Buddelkiste beschäftigt wirklich ganz schön, bei uns nicht anders.
Auch bei uns wurde sie bereits mehrfach als Toilette zweckentfremdet, sodass wir immer wieder den Sand wegwerfen mussten.
Im Moment probieren wir gerade Kokoserde aus, die Babies sind hier aber im Vergleich zum Sand noch etwas skeptisch.

Also ich arbeite aktuell mit Sand und doppelt ineinander gestellter Plastikwanne. Nicht ideal. Und das als Klo benutzen – Problem habe ich auch… Das mit der Kokoserde könnte ich auch mal probieren. Sag Bescheid wenn Du einen Anbieter gefunden hast. Liebe Grüße Julia von Villakaninchen

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