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Balkonhaltung

Balkonhaltung im Winter

Schwarzes Zwergkaninchen isst Grünkohl auf Balkon

Im vergangenen Winter (2021/2022) hatten wir echt Glück, wie ich diesen Winter feststellen muss. Letztes Jahr habe ich um diese Zeit überall Tipps und Tricks gelesen, wie man verhindert, dass das frische Grünfutter und das Wasser der Kaninchen bei eisigen Minusgraden einfrieren. Was man zur Vorbeugung tun kann:

Wärmelampen über das Futter, Wärmequelle unter das Futter. Im geschützen Bereich, im Heu verstecken, kleine Portionen und sehr oft füttern. Für das Wasser am besten drei Näpfe bereit halten, denn der erste ist wieder aufgetaut, wenn der dritte eingefroren ist.

Ich habe mir wirklich einen Kopf und große Sorgen gemacht. Überlegt, ob wir Wärmehäuser kaufen sollen oder beheizbare Trinknäpfe. Habe Tischtennisbälle bereitgehalten, die die Wasseroberfläche bei Wind in Bewegung halten und so das Einfrieren verzögern, und so weiter. Und dann war gar nix. Wir hatten zwar ein paar Grad unter Null, aber irgendwie kam das auf dem Balkon nicht so an. Ich habe das Wasser extra an die Wohnungsseite gestellt und das hat gereicht.

Nun ja, dieses Jahr nicht mehr. Das Wasser friert ein, sogar der Kohl ist erstarrt und fast hat man Angst, er zerfalle gleich in viele kleine Stücke. Ich hatte keine Ahnung, was für ein Geräusch ein halber Salat macht, der auf einem Stein festgefroren ist. Da ich mir letztes Jahr so viele Gedanken um nichts gemacht hatte, bin ich diesmal ziemlich entspannt in den Winter gestartet bekomme dafür jetzt die Quittung. Denn natürlich ist alles teurer oder schwer zu bekommen bis ausverkauft, weil alle es brauchen. Was also tun?

Zwei Zwergkaninchen kuscheln sich im Licht einer Wärmelampe aneinander

Solange ich wach und zu Hause bin, bringe ich eine Wärmelampe mit 250V/50W an, die das Futter anstrahlt. Damit kann ich das Einfrieren zumindestens etwas hinauszögern. Denn auch im Winter ist eine frische, blättrige, grüne Fütterung für die Kaninchen nötig. Gefrorener Kohl stellt kein Problem dar, den dürfen sie essen und tun es auch. Salate sind hier eher die Sorgenkinder, denn gerade in der kostspieligen Winterfütterung ist es ärgerlich, wenn man ständig alles mögliche wegschmeißen muss.

Außerdem lege ich etwas Salat und Kohl oben im Stall ins Heu. Dort ist nämlich ein Stück Wellplastik vor dem Gitter angebracht, so dass es dort wärmer bleibt. Ich stelle auch mehr Heu und Stroh zur Verfügung und füttere prinzipiell mehr Kohl. Zudem lässt sich alles noch super durch Nadelbaumzweige ergänzen. Wer die hochgiftige Eibe sicher bestimmen kann, sollte keine Angst haben, seinen Kaninchen Zweige von Nadelbäumen anzubieten, denn egal ob Fichte, Kiefer oder Tanne, jede andere Art ist essbar.

Auch gefrorene Wiese und Gründüngung kann man nach dem Auftauen noch ohne Sorge verfüttern. Natürlich ist das Pflücken im Winter mühsamer ist als im Sommer, wenn alles blüht, aber doch immer noch möglich. Auch Brombeerblätter sind sehr beliebt und ergänzen das Wintermenü. Ebenfalls kann man Efeu in kleinen Mengen anbieten. Trockenkräuter sollten trotz allem weiterhin, wenn überhaupt, nur als kleines Treat angeboten werden und keinesfalls als Ersatz in großen Mengen. Auch eine Umstellung auf Trockenfutter bleibt weiterhin ein No-Go.

Zwergkaninchen mit schwarz-weißer Fellzeichnung vor einer Auswahl an verschiedenem Grünfutter

Solange eure Tiere jung, gesund, an die Kälte gewöhnt, mindestens zu zweit und mit ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten untergebracht sind, braucht ihr euch bis minus 20 Grad wirklich nur Sorgen um das Futter und Wasser zu machen. Die bekommen nämlich, im Gegegnsatz zu den Kaninchen, leider kein Winterfell.

Ein weiteres Problem: jedes Mal, wenn es raus zu den Tieren geht, wird es kalt im Wohnzimmer – jeder, der dort auf der Couch sitzt, friert innerhalb einer Minute. Um dem ein wenig entgegenzuwirken, bereite ich alles, was ich mit raus nehmen möchte und muss, drinnen vor, stelle es in die Nähe des Balkons und dann geht’s raus – ich hole schnell alles ins Gehege und schließe die Tür hinter mir. Da ich das Klo der beiden im Sitzen sauber mache, nehme ich mir auch eine Decke oder ein Kissen zum Draufsetzen mit raus. An den Händen trage ich ein Paar normale Handschuhe und darüber zusätzlich Einmalhandschuhe. So bleiben meine Hände warm und trocken und die Handschuhe sauber.

Beim Einrichten des Balkons achte ich darauf, dass es neben der oberen Etage des Stalls wenigstens zwei weitere windgeschützte Plätze gibt, an denen die beiden schlafen und kuscheln können.

Bei den Minusgraden gefriert natürlich auch der Buddelsand. Deswegen können die beiden zur Zeit einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nicht nachgehen. Nächstes Jahr werde ich mich daher rechtzeitig darum kümmern, den Sand gegen ein anderes Material zum Wühlen und Buddeln auszutauschen.

Fazit

Balkonhaltung im Winter ist aufwändig, aber möglich. Auch wenn die Fellnasen bestens auf das kalte Wetter eingestellt sind, klappt es nur, wenn es die Kaninchenhalter auch sind.

Hier geht es zu der Balkonhaltung im Frühling

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2 Antworten auf „Balkonhaltung im Winter“

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