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Balkonhaltung Erfahrungen

Balkonhaltung im Frühling

Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Umstände für eine Balkonhaltung mit sich. Wie immer im Leben sind manche Veränderungen gut, andere dagegen nicht so gut. Der Winter ist vorbei – kalendarisch hat er am 20. März geendet, und nun soll der Frühling bis zum 21. Juni andauern.

Welche Herausforderungen bringt der Frühling mit sich? Welche Vorteile hat er zu bieten? Was ist bei den Veränderungen zu beachten, und welche erwarten einen eigentlich?

Das alles und mehr erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Wetter

Allgemein

Natürlich fällt einem als erstes ein, dass sich das Wetter ändert. Es wird wärmer, es regnet mehr, es wird früher hell und später dunkel. Doch wie beeinflusst das unsere Tiere und die Haltung?

Herausforderungen

Was mich immer unsicher macht, ist der Rückbau des Geheges vom Winter- in den Frühlings- und Sommermodus.
Der Wetterschutz, der den Kaninchen mehr windgeschützte und warme Orte bietet, in denen sie sich verstecken und einkuscheln können, muss natürlich wieder ab. Nur stelle ich mir immer die Frage “wann?”

Gerade im April ist das Wetter ein einziges Durcheinander.
Mal gießt es in Strömen mit heftigen Windböen, wie sie sonst im Herbst zu erwarten sind. Dann strahlt die Sonne an einem wolkenlosen Himmel und es wärmt sich auf 20 Grad Celsius auf. Ein paar Nächte später fallen die Temperaturen dann wieder unter Null.

Ein ständiges Ab- und wieder Dranmachen ist mir ehrlich gesagt zu nervig. Ich will aber andererseits auch nicht, dass die Tiere den wettergeschützten Ort bei zweistelligen Temperaturen meiden müssen. Genauso wenig möchte ich ihnen die Möglichkeit verwehren, bei ein paar Grad mehr im Warmen zu kuscheln.

Vorteile

Durch mehr Sonne am Tag und allgemein mehr Wärme kann man die UV-Lampe auslassen, die den Kaninchen dabei helfen soll, Vitamin D zu bilden und sich von außen wärmen zu lassen. Das spart natürlich eine Menge Strom. Außerdem sind natürliche UV-Strahlen auch besser als künstliche – zumindest fühlt es sich so an.

Schwarzes und schwarz-weißes Zwergkaninchen sitzen auf Balkon im Licht einer UV-Lampe

Die ganze Natur erwacht langsam wieder zum Leben und man hört Vögel, Menschen, Rasenmäher und viele andere Geräusche, die im Winter weniger präsent waren. Das sind natürlich auch mehr Sinneseindrücke für die beiden, und das hilft gegen Langeweile.

Die Balkontür zum Wohnzimmer kann immer öfter für einen längeren Zeitraum aufbleiben. So bekommen die Kaninchen mehr von uns mit, und manchmal dürfen sie auch das Wohnzimmer unter Aufsicht unsicher machen. Das bedeutet mehr Aktivität und Abwechslung auf vielen Ebenen.

Futterumstellung

Allgemein

Neue Jahreszeit gleich neues Futter. Genau wie sich unser Speiseplan verändert, weg von Suppen, Eintöpfen und Kohlgerichten hin zu leichteren Sachen und bei manchen dem Angrillen, ändert sich auch der der Kaninchen.

Der Frühling ist die beste Jahreszeit, um mit dem Wiesepflücken anzufangen. Gefühlt blüht jede Woche eine neue Pflanze und man kann diese Stück für Stück kennenlernen.

Herausforderungen

Klingt eigentlich nur positiv, doch ich finde den Umschwung immer schwierig. Kaninchen sind Gewohnheitstiere, und genau wie man im Herbst langsam von Wiesenfütterung auf Salate und Kohl umstellen sollte, mache ich das auch umgekehrt im Frühling.

Die erste Wiese der Saison wird zwar wahrgenommen und auch ein wenig gegessen, aber wenn man auch noch leckeren Grünkohl finden kann, dann hat sie schlechte Chancen. Auch der knackige Radicchio gewinnt gegen das Pflückgut, was die Verzehrmenge angeht.

Ich hätte kein Problem damit, das Ganze vom einen auf den anderen Tag zu ändern. Jedoch wachsen noch nicht genug Wiesenkräuter in ausreichenden Mengen, um eine Ad-Libitum-Ernährung zu gewährleisten. Man muss ja auch an die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge denken, die die Pflanzen dringender zum Überleben brauchen als unsere Hauskaninchen. Und wenn dann doch noch einmal Schnee und Frost kommen oder die Temperaturen wieder um den Gefrierpunkt schleichen, ist es doch besser, Kohl anbieten zu können, solange sie ihn noch gewöhnt sind.

Klar, Wiese darf auch gefroren angeboten werden. Ob sie angenommen wird, ist jedoch eine andere Frage. Und meistens geht ja schon der Fellwechsel los – da kann ich mir mit meinen Problemkaninchen kein mäkeliges Essen erlauben.

Vorteile

Schwarzes Zwergkaninchen isst Blüten

Wiese und Zweige zu holen ist in der Regel kostenlos. Es braucht zwar Zeit, aber man spart viel Geld. Bei und sind das um die 200 € im Monat, die für andere Dinge frei sind.

Die Wiesenfütterung ist das Gesündeste, Beste und Artgerechteste, was wir unseren Kaninchen bieten können. Daher ist der gesundheitliche Faktor einfach gigantisch.
Die Zähne können sich besser abreiben, die Kalorien sind im Gegenteil zu Kohl und Küchenkräutern viel geringer, was sich auf das Gewicht auswirken sollte, und auch die Nährstoffe in Wiese und Zweigen sind durch nichts zu ersetzen.

Wenn man Bärlauch findet, kann man ihn übrigens nicht nur für die Kaninchen mitnehmen, sondern auch für sich selbst, um ihn in den Salat zu geben, eine Suppe daraus zu kochen oder einen Brotaufstrich daraus zu zaubern.

Fellwechsel

Schwarzes und schwarz-weißes Zwergkaninchen auf Balkon mit Birkenästen und grünen Zweigen

Allgemein

Kaninchen wechseln im Schnitt dreimal pro Jahr ihr Fell.
Im Frühling geht es damit los. Der dicke Winterpelz wird nach und nach abgeworfen und durch ein leichteres, dünneres Fell ersetzt.

Herausforderungen

Ich mache mir immer Sorgen, wenn die beiden ihr Fell wechseln. Zum einen, weil ich große Angst vor Haarballen und daraus resultierenden Verstopfungen habe. Zum anderen, weil die Temperaturen oft so stark schwanken und ich immer denke, sie sind nun von zu viel oder wenig Fell bedeckt.

Mehr zum Thema Fellwechsel und den Herausforderungen habe ich euch bereits in einem anderen Artikel ausführlich beschrieben.

Vorteile

Ab 18 Grad Celsius wird es unangenehm für unsere pelzigen Freunde. Deswegen ist ein dünneres Fell überlebenswichtig, um keinen Hitzschlag zu bekommen. Gut, bei zehn Grad wird das nicht der Fall sein, aber es ist trotzdem eine kleine Erleichterung. Es zeigt ja auch, dass sie gesund sind und alles funktioniert, wie es soll. Außerdem bilden sich manchmal süße Muster im Fell.

Bunpawrents

Allgemein

Auch für uns Halter bringt der Frühling viel Neues mit sich.
Durch das Wiesepflücken strengen wir unsere grauen Zellen wieder an, um uns an die Pflanzen zu erinnern, die wir in den Jahren davor zu erkennen gelernt haben. Wir kommen mehr raus und erleben richtig, wie die Natur immer mehr erblüht. Wir freuen uns über den ersten gesichteten Wiesenbärenklau und fassen in unsere erste Brennessel der Saison.

Spaziergänge werden so oft schon mal zu kleinen Pflückrunden, und man verlässt das Haus statt mit einer Winterjacke stets mit Beutel und Schere, denn man weiß ja nie, was sich unterwegs vielleicht finden lässt.

Dadurch, dass es wärmer wird, können vor allem diejenigen, die ihre Kaninchen hauptsächlich draußen oder auf dem Balkon halten, mehr Zeit am Stück mit ihnen verbringen.
Wenn man den morgendlichen Kaffee im Gehege trinken kann, ohne dabei zu erfrieren, schafft das mehr Nähe zwischen Kaninchen und Halter. Auch etwas lesen, recherchieren oder auf Instagram posten, liken und kommentieren sind kleine, kurze Auszeiten, die sich super im Gehege erledigen lassen.

Dadurch, dass man mehr bei den Tieren ist und dass durch das Pflücken alles im Gehege grün und bunt wird, lassen sich auch wieder viel mehr schöne Fotos und Videos machen. Im Winter habe ich manchmal Probleme gehabt, ein gutes neues Foto zu finden, das man mal posten kann. Jetzt habe ich schon eher das “Problem”, mich zwischen den ganzen Fotostrecken für das beste Bild zu entscheiden.

Fazit

Auch wenn ich die Balkonhaltung im Winter als herausfordernd beschrieben habe, muss ich sagen, dass ich den Frühling eigentlich am schlimmsten finde – vor allem wegen des Wechsels vom dicken Winterfell auf das leichtere Sommerfell. Dazu viele Unsicherheiten, viel Abwägen und viele Umstellungen, die auch den Alltag beeinflussen.

Bestimmt mache ich mich an der ein oder anderen Stelle ein bisschen verrückt. Der Jahreszeitenwechsel 2022 hat einfach viel zu viel emotionalen Stress mit sich gebracht. Wir waren ständig beim Tierarzt, haben teilweise um Agent Coopers Leben gekämpft und so viele Tests und Untersuchungen gemacht, dass es mir noch immer in den Knochen steckt.
Jedoch hoffe ich, dass dieses Jahr einfach ruhiger und besser verläuft und sich die Sorgen dadurch reduzieren. Ich konzentriere mich auf die positiven Aspekte, die der Frühling mit sich bringt, und vertraue darauf, dass alles gut wird.

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