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Emotionales

Agent Cooper

Morgen, am 5.6.2023, wird mein Kleiner süße 2 Jahre.

Wer schon immer mehr über Agent Cooper, seine Herkunft, unsere Bindung und seine Geschichte wissen wollte, wird hier alles Wichtige erfahren.

Denn

genau wie Lady de Winter zu ihrem Geburtstag einen eigenen Beitrag bekommen hat, bekommt auch der kleine Mister CoopSchnoop seine Geschichte auf dem Blog verewigt.

Geburtstag

Junges schwarz-weißes Zwergkaninchen auf Balkon neben Wäschekorb

Wenn ihr den Artikel zu Lady gelesen habt, könnt ihr euch wahrscheinlich denken, dass ich mir auch Agent Coopers Geburtstag mehr oder weniger selbst ausgesucht habe.

Als er zu mir gekommen ist, sollte er schon 12 Wochen alt sein. Trotzdem habe ich der Einfachheit halber nur 8 Wochen zurückgerechnet und bin so beim 5. Juni gelandet. Außerdem spiegelt es so auch schön den Abstand wider, in dem die beiden bei uns eingezogen sind.

Exkurs

Nach dem ich Ladys eigentliche Partnerin einschläfern lassen musste, war sofort klar, dass ein neues Tier einziehen muss und wird.

Ich hatte viel gelernt und wusste, dass es ein großer Fehler gewesen war, dass ich sie aus der Zoohandlung hatte. Den Fehler wollte ich natürlich auf keinen Fall wiederholen.

Ich wandte mich an Tierheime in meiner Nähe, schrieb E-mails an ein paar Züchter aus der Umgebung (natürlich auch nicht perfekt) und schaute auf Online-Verkaufs­portalen. So richtig klar war mir nicht, wo ich nun ein neues Tier herbekomme. Ich war auch noch nicht in der Insta-Kaninchen-Bubble unterwegs und hatte daher auch gefühlt wenig Unterstützung dabei, Tiere mit einer gescheiten Herkunft zu finden.

Die Tierheime gaben mir Absagen, die sie mit einem nicht vorhandenem Gartenauslauf begründeten und damit, dass Lady zu jung für eine Vergesellschaftung sei. Da kam ich also nicht weiter.

Die Züchter haben, glaube ich, gar nicht geantwortet – ich weiß es nicht mehr genau. Und auf den Verkaufsportalen kam mir alles so super-suspekt vor. Ich war wirklich etwas verzweifelt. Vor allem, weil Lady mir stündlich weniger gefiel und immer einsamer wurde.

Donnerstag, 05.08.2021

Der Tag, an dem ich beschloss, dass ein neuer Partner für Lady einziehen muss. Heute noch. Jetzt! Sie war mir viel zu traurig und ich hielt es nicht mehr aus, sie so leiden zu sehen.

Da ich nicht wirklich Erfolg hatte, ein Kaninchen zu finden, das nicht aus dem Zoohandel kam, habe ich den Fehler dann doch wiederholt. Ich schrieb drei Fachhändler mit der Frage an, ob sie gerade ein junges, männliches, kastriertes Kaninchen da hätten.

Das war die Antwort und ich handelte simpel nach dem Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Hallo zur zeit haben wir 2 Kastraten da - 1 stk Widder weiss-99,99€ und 1 stk. Stehohren 94,99€ schwarz-weiss ca. 12 Wo. mfg.


Mir war sofort klar, dass nur der Schwarz-Weiße in Betracht kam, da ich Stehohrkaninchen einfach süßer finde als Schlappohrkaninchen.

Meine Tante hatte mir damals angeboten, mir das Kaninchen zu bezahlen. Also rief ich sie auf der Arbeit an und berichtete ihr. Sie machte tatsächlich früher Feierabend und kam, um sich das Kaninchen mit mir zusammen anzuschauen.

„Nur gucken“

Obwohl ich fühlte, dass es höchste Zeit für einen neuen Partner für Lady war, versprach ich mir selbst, erst einmal nur zu gucken. Ich wollte nicht Hals über Kopf ein Tier kaufen, einfach um es endlich zu haben. Ich habe nicht einmal eine Transportbox mitgenommen, und wir hatten vor, noch andere Läden abzuklappern.

Schwarz-weißes Zwergkaninchen auf Teppich im Häuschen


Als wir ankamen, war ich schon sehr aufgeregt. Der Inhaber führte uns zu den Kaninchen. Sie saßen in weiß gekachelten Buchten auf etwas Heu. Ein Häuschen, das für einen Hamster groß genug schien, stand in der einen Ecke, ein Napf mit Trockenfutter in der anderen. Vornan lagen ein bisschen Petersilie und eine Möhre. Und dahinter saß ein kleines Kaninchen, das mich neugierig ansah. Mir brach das Herz, und ehe ich denken konnte, sagte ich: „Ich nehm’ ihn mit.“

Fehler Part 2

Natürlich war das ein Fehler. Man sollte niemals ein Tier aus Mitleid kaufen. Und schon gar nicht beim Fachhandel – denn für jedes Tier, das man von dort kauft, wird ein neues – nachproduziertes – nachrücken.

In dem Moment konnte ich jedoch nicht mehr klar denken. Ehe ich mich versah, fragte mich der Verkäufer, ob ich eine gelbe oder pinke Transportbox haben möchte, und der kleine Kerl wurde mit einer ordentlichen Ladung Heu in die gelbe Box gesetzt und mir überreicht: „Herzlichen Glückwunsch, ihr neues Kaninchen!“ Ich drückte die Box an mich und stritt mit mir selbst über den passenden Namen.

Im Verkaufsraum sammelten wir eine Packung Nagerteppich aus Hanf und eine Packung des „gewohnten“ Trockenfutters ein, bezahlten, bekamen als Dankeschön noch einen Salzleckstein geschenkt und waren wieder draußen.

Anschließend fuhren wir mit der neuen Transportbox auf dem Schoß und dem neuen Kaninchen darin nach Hause. Unterwegs machte ich noch ein paar erste Bilder durch die Schlitze der Box und schickte sie an den Bundad. „Oh, der ist aber süß“ war die Antwort, und damit zog „Agent Cooper“ bei uns ein.

Die Haare sträuben sich mir selbst bei den ganzen Fehlern und dem Wissen, dass ich es besser hätte wissen müssen.

Vergesellschaftung

Provisorisches Gehege im Wohnzimmer für Vergesellschaftung; Auslaufgitter und zwei Häuschen

Ein provisorisches Gehege aus Auslaufgittern war schnell auf dem Teppich im Wohnzimmer aufgebaut. Nicht besonders stabil und auch nicht sehr groß. Wir stellten neue Häuschen hinein, die wir zuvor gekauft hatten, damit alles neutral ist. Dann fingen wir Lady ein und stellten beide Boxen in den kleinen Auslauf. Wir machten diese dann gleichzeitig auf – und ich bekam Panik.

Ich hatte im Internet schreckliche Geschichten über Kämpfe, Blut und Fellflug gelesen. Kaninchen, die sich in einander verbeißen, verkeilen und sogar Schlimmeres. Mit klopfendem Herzen kniete ich da und sagte: „Wenn er Lady auch nur ein Haar krümmt, bring’ ich ihn zurück.“ Der Gedanke, dass sich die beiden jederzeit prügeln konnten, machte mich richtig fertig. Aber es kam dann alles ganz anders.

Die beiden waren quasi sofort ein Herz und eine Seele.
Kuschelten, putzten sich, aßen aus demselben Napf. Es blieb bis auf ein paar kleine, sehr kurze Jagereien, mit denen Lady klar machen wollte, wer die Chefin ist, ruhig und harmonisch.

Erster Arzttermin

Schwarzes und schwarz-weißes Zwergkaninchen in Transportbox

Erst nach einer Woche ging es für den kleinen Coopi zum Impfen und Durchchecken. Auch nicht bei einer kaninchenkundigen Ärztin. Ihr seht, die Fehler haben sich gehäuft.

Nach dem Impfen zogen beide raus auf den Balkon in das eigentliche Gehege. Und auch hier blieb es Gott sei Dank ruhig. Keine schlafende Vergesellschaftung. Kein Streit. Einfach zwei glückliche, kleine Kanichen, die zusammen über den Balkon tobten und ihr Reich neu erkundeten.

In der Zeit, wo die beiden im Wohnzimmer waren, hatten wir den Balkon so hergerichtet, dass der Käfig dauerhaft offen bleiben konnte. So wurde der ganze Balkon das Gehege der beiden und ist es bis heute.

Fakten zu Agent Cooper

Er ist in der Rangordnung unter Lady. Das passt ihm nicht immer und er versucht manchmal, sich gegen Lady durchzusetzen. Oft gelingt ihm das, aber kurz darauf zeigt sie ihm wieder, wer von den beiden eigentlich das Sagen hat.

Er ist zwar neugierig, aber auch ein absoluter Angsthase. Vor allem, wenn es in unbekanntes Gebiet geht. Oder darum, auf Laminat zu laufen. Während Lady kein Problem damit hat, ein wenig zu rutschen und auch über unseren Holzboden im Wohnzimmer rennt, braucht der kleine Kerl eine Sondereinladung in Form von Handtüchern, Decken und Teppichen. Hauptsache man rutscht nicht. Auch vergisst er manchmal, dass er eigentlich ziemlich gut springen kann. Dann tut sich schwer damit, von Ebenen herunter­zu­kommen, auf die er problemlos draufgekommen und von denen er auch schon hunderte Male problemlos heruntergesprungen ist.

Was seine sonstige Persönlichkeit angeht, ist er eigentlich ein fröhliches Kaninchen, macht gerne Binkies und Zoomies, buddelt für sein Leben gern und kann auch motzig sein. Dinge verschieben, Häuser umschubsen und Spielzeug werfen sind wohl neben Essen seine liebsten Beschäftigungen.

Was Essen angeht, würde ich sagen, er lebt gesünder als Lady. Während sie vermutlich lieber platzen würde, als zu einem kleinen Treat nein zu sagen, isst er nur eine kleine Menge und hat dann genug. Er würde auch niemals nur für ein Treat ein Kunststück machen oder einen Trick üben.

Der Name „Agent Cooper“

Natürlich fehlt in diesem Beitrag noch die Erklärung seines Namens. Wo kommt er her, wieso heißt er so, was stand alles zur Debatte?

Agent Cooper ist nach FBI Special Agent Dale Cooper aus der Drama-Mystery Serie Twin Peaks benannt. Dort wird dieser von dem Schauspieler Kyle MacLachlan gespielt. Es ist die Lieblingsserie vom Bundad, und als er sie mir irgendwann gezeigt hat, war ich auch sofort Feuer und Flamme. Vor allem besagter Special Agent und eine Rolle namens Audrey Horne hatten es mir angetan. Nun war das neue Kaninchen aber ein Männchen und daher kam Audrey nicht in Frage.

Weitere Namen, die in Frage kamen, waren „Held Hynreck“, inspiriert von der Unendlichen Geschichte, und „Captain Kirk“. Ja, der aus Star Trek.

Wieso es trotz so cooler Auswahl Agent Cooper geworden ist? Wegen seiner Fellfarbe, denke ich. Ein unregelmäßiges Schwarz und Weiß und ohne gerade Linien, mit Grau zwischendrin – das spricht für mich klar für Twin Peaks.

Im Gegensatz zu Lady de Winter rufe ich Agent Cooper tatsächlich öfter bei seinem vollständigem Namen, obwohl er eindeutig mehr Spitznamen hat als sie.

Da unser Instagram-Profil agent.und.lady heißt, wird er dort tatsächlich meistens „Agent“ genannt, auch wenn das im echten Leben hier keiner macht. Selbst beim Tierarzt heißt er meistens „Cooper“.

Was er mir beigebracht hat

Und beim Tierarzt ist er – leider – bestens bekannt. Durch ihn habe ich innerhalb kürzester Zeit wahnsinnig schnell und viel auf einmal über Kaninchen gelernt. Wie ihre Verdauung funktioniert, wie die artgerechte Ernährung aussieht, wie wichtig eine Notfallapotheke ist, wie schädlich manches Zubehör sein kann, das einem als gut und unbedenklich verkauft wird und wie emotional herausfordernd die Kaninchenhaltung sein kann.

Schwarz-weißes Zwergkaninchen im Katzenklo, davor Hainbuchenzweig

Denn nach etwa vier Monaten hier bei uns hatte der kleine Mann einen Darmverschluss. Und ein paar Wochen später eine Aufgasung. Dann nach kurzer Zeit noch eine Aufgasung. Und dann wieder, und wieder. Von Anfang Dezember 2021 bis April 2022 waren wir fast jedes Wochenende in der Notfallklinik und beim Tierarzt. Er musste oft stationär behandelt werden und ich musste nicht nur viel Geld bezahlen, sondern auch viele Stunden Schlaf gegen Päppeln, Medikamentengabe und Beobachten opfern.

Unsere Bindung

Bunmom und Agent Cooper

Die Verbindung zwischen mir und meinem kleinen Coop-Schnoop ist nicht katastrophal, aber auch nicht die beste.

Streicheln ist nicht seins, Tricks üben interessiert ihn nicht und wenn ich ins Gehege komme, ergreift er meistens die Flucht. Ich wurde schon oft angeknurrt, gekratzt, gezwickt und einmal sogar von ihm gebissen, als es darum ging, Medikamente zu nehmen. Das hasst er nämlich. Ich glaube, er würde lieber sterben, als sich so etwas gefallen zu lassen.

Auch bürsten, der selbst durchzuführende Check-up oder mal etwas von ihm entfernen, was da nicht hingehört – sei es loses Fell oder ein Heuhalm, der auf seinem Rücken liegt – sind absolute Stresssituationen für ihn.

Medical Training hat mit ihm noch nie geklappt, obwohl ich es lange, regelmäßig und schon früh angefangen habe zu üben.

Die einzige Zeit, in der wir uns mal wirklich friedlich und liebevoll begegnen, ist abends, wenn ich vor dem Zu-Bett-Gehen noch meine Nachtroutine im Gehege mache. Da begrüßt er mich fröhlich mit Stupsen, um meine Beine Rennen und Binkies. Meistens darf ich ihn dann auch ein bisschen am Rücken streicheln. Bloß nicht am Kopf, denn dann haut er wieder ab – bis ich das Gehege zur Nacht für ein paar Stunden verlasse und er das Geräusch der sich schließenden Balkontür hört.

Manchmal denke ich, das ist alles meine Schuld. Denn:

Unser Anfang

war schwer.

Klar, ich war sofort hin und weg und fand ihn süß. Ja, ich habe mich für ihn entschieden und Lady hat sich ja auch sofort verliebt – aber irgendwie hatte ich am Anfang große Schwierigkeiten damit, ihn anzunehmen.

Es hat sich so falsch angefühlt, nur zehn Tage nach dem Tod eines Kaninchens, das ich wirklich sehr geliebt habe, ein neues zu holen. Wie so ein notdürftiger Ersatz. Wie schon erwähnt hatte ich auch richtige Panik vor der Vergesellschaftung und davor, dass Lady etwas passiert. Daher wollte ich ihn gar nicht emotional an mich heranlassen, weil ich halb damit gerechnet habe, ihn wieder abzugeben. Ihn zu akzeptieren und zuzulassen, dass ich ihn lieb habe, hat seine Zeit gedauert. Etwa vier Monate habe ich gebraucht, um ihn voll und ganz in mein Herz zu lassen.

Schwarz-weißes Zwergkaninchen liegt im Häuschen

Der ausschlaggebende Moment war sein Darmverschluss.
Als ich ihn schwach, kalt und zitternd in meinen Armen hielt und nicht mehr aufhören konnte zu weinen. Sein ganzes Fell schon nass war und ich das Universum angefleht habe, mir meinen kleinen Mister Coop-Schnoop nicht wegzunehmen. Das war der Moment, in dem ich mir eingestanden habe, dass ich dieses kleine Wesen genauso lieb habe, wie es sich gehört und dass es richtig und gut ist, dass er nun bei uns ist.

Ich denke, der Beitrag ist jetzt schon lang genug. Das ist eine Geschichte für ein anderes Mal, wenn es euch interessiert. Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Schön, dass du da bist, mein kleiner Mister CoopSchnoop.

Nahaufnahme schwarz-weißes Zwergkaninchen mit Weißdornzweig
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